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Was Familie bedeutet ...

Eine Unterrichtsstunde mit SOS-Kinderdorf Campus am Gymnasium Olching

11:40 Uhr, der Pausengong läutet und 25 Schülerinnen und Schüler nehmen ihre Plätze ein. Gespanntes Tuscheln erfüllt den Raum und neugierige Blicke gehen nach vorne, denn heute sehen die Jungen und Mädchen neben dem Lehrerpult zwei unbekannte Gesichter und an der Tafel steht in großen Buchstaben „SOS-Kinderdorf Campus“ ...

So begann am 24.01.2019 die vierte Stunde der achten Klasse des Gymnasiums Olching. Zwei Referentinnen von SOS-Kinderdorf besuchten den Ethikunterricht von Frau Franz, um mit den Jugendlichen über die Themen Familie und Herausforderungen in einer Gemeinschaft zu sprechen. Auf gelben Post-its sollte die Klasse zunächst notieren, was ihr spontan zum Begriff „Familie“ einfällt. Es fielen Begriffe wie Eltern, Geschwister, Vertrauen, Geborgenheit, aber auch Regeln, Streit und Ärger. Diese wurden allesamt auf der Tafel gesammelt. Die Referentinnen erklärten über diesen Ansatz, dass Konflikte in jeder Familie normal sind, dass es aber in extremen Fällen gute Gründe gibt, Kinder (zeitweise) aus ihren Familien zu holen, um sie einer sogenannten „Fremdbetreuung“ zu übergeben.

Gemeinsam diskutierten die SOS-Kinderdorf-Referentinnen mit der Klasse über diese Gründe. Misshandlung, Drogen, psychischer und physischer Missbrauch, Verwahrlosung – leider gibt es eine lange Liste, warum Eltern nicht mehr in der Lage sein können, ihre eigenen Kinder ausreichend zu versorgen. In diesen Fällen bietet das Konzept der SOS-Kinderdörfer eine Lösung, um diese Kinder aufzunehmen und ihnen wieder ein normales Familienleben zu ermöglichen.

In einem kurzen Filmausschnitt über das SOS-Kinderdorf Sauerland wurde den Schülerinnen und Schülern zum Abschluss das Leben in einem Kinderdorf gezeigt. Diesen Blick „hinter die Kulissen“ fanden alle besonders spannend. Zeit für Fragen blieb am Ende der Stunde natürlich ebenfalls.