Wieso, weshalb, warum?

Berufsinformation und Unterrichtsstunde am Königin-Katharina-Stift in Stuttgart.
„Nachdenklich“, so beurteilten fast alle der knapp 30 SchülerInnen der siebten Klassen des Königin-Katharina-Stifts in Stuttgart ihre Gemütslage auf einem Fragebogen, nachdem Michaela Offermanns, Pädagogischer Fachdienst SOS-Kinderdorf Württemberg, in einer Doppelstunde im Fach Ethik die Arbeit von SOS-Kinderdorf vorgestellt hat. Besonders nachdenklich stimmte die SiebtklässlerInnen, dass die SOS-Kinderdorf-Kinder ihre Eltern teilweise nur selten sehen. Besonders gut gefiel ihnen, dass SOS-Kinderdorf den Kindern eine Familie ist und dass die SOS-Kinderdorf-Mütter immer im Dorf leben. Toll fanden die SchülerInnen auch, dass sie der SOS-Kinderdorf-Mitarbeiterin so viele Fragen stellen durften und dass auch alle beantwortet wurden. Der Vortrag passte perfekt zum Thema des Ethik-Unterrichtes „Du und Ich – Familienleben“. In den letzten Stunden hatte die Klasse darüber gesprochen, was eine Familie ausmacht. Dass es auch eine andere Form als das klassische Familienleben gibt, schilderte dann Michaela Offermanns. Die SchülerInnen wollten vor allem den Lebensalltag der Kinder in einem SOS-Kinderdorf begreifen und stellen sehr konkrete Fragen wie „Wie geht es den Kindern dort? Gehen sie in eine normale Schule oder in eine Schule im Dorf? Haben sie Hobbies? Bekommen die Kinder Taschengeld? Essen sie alle zusammen? Dürfen sie Freunde mit nach Hause bringen?“
Eine Woche zuvor fand an der selben Schule ein Berufsinformationstag für insgesamt 60 SchülerInnen der 8. Klasse statt. Dr. Maria Braune von SOS-Kinderdorf schilderte darin, in welchen Bereichen SOS-Kinderdorf arbeitet und das es ein breites Feld an Kinder- und Jugendhilfen gibt – nicht nur das „klassische“ Kinderdorf. Sandra Graf von SOS-Kinderdorf erklärte, dass für diese Arbeiten verschiedene pädagogische Experten wie etwa Erzieher, Psychologen und Lehrer benötigt werden. In einem Film lernten die SchülerInnen die Arbeit einer SOS-Kinderdorfmutter kennen. Braune stellte auch die Arbeitsfelder in der Verwaltung der Kinderhilfsorganisation vor: Buchhalter, Jurist, IT-Fachkraft oder Bürokaufrau/mann. Im Anschluss hatten die SchülerInnen die Gelegenheit, Fragen bezüglich SOS-Kinderdorf oder zu den entsprechenden Berufsfeldern zu stellen. In einem Fragebogen konnten die SchülerInnen Ihre Eindrücke zum Berufsinformationstag festhalten. Die Resonanz war durchweg positiv – eine Fortsetzung des Berufsinformationstages mit SOS-Kinderdorf im nächsten Schuljahr ist auch von Lehrerseite wieder geplant.
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